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Zurecht gehypt oder heiße Luft? 5 Trends im Social Media Marketing

Zurecht gehypt oder heiße Luft? 5 Trends im Social Media Marketing

Welche Themen beschäftigen die Social Media Marketer aktuell? Fünf Learnings von der Social Media Marketing World 2016 aus Kalifornien.

Die Social Media Marketing World, eine der weltgrößten Konferenzen mit dem Schwerpunkt auf soziale Medien, ist zum vierten Mal in San Diego zu Ende gegangen. Organisiert wird das jährliche Event von Social Media Examiner. Tausende Branchenexperten, Influencer, Social Media-Begeisterte, Markenvertreter und Fachleute haben sich vernetzt und über neue Trends ausgetauscht. Im Folgenden verraten wir euch, was diesmal die großen Themen waren.

1. Live Video gewinnt enorm an Bedeutung

Newsfeeds beinhalten generell eine zunehmende Anzahl an Video-Inhalten. Das gilt auch für Live Videos, beispielsweise über Facebook oder Periscope, die nach kurzer Zeit nicht mehr abrufbar sind. Besonders auf Facebook erfreuen sich Videos immer größerer Beliebtheit, Live Videos werden im Newsfeed zurzeit sogar priorisiert. Mit über einer Milliarde Video-Views pro Tag hat Facebook damit mittlerweile sogar YouTube hinter sich zurückgelassen. Werbetreibende können von der Live Video-Option profitieren und organisch mehr Fans erreichen. Mike Stelzner, CEO von Social Media Examiner, erzählte im Rahmen der Konferenz, dass er „noch nie zuvor etwas so schnell hat wachsen sehen wie Live Video in den Sozialen Medien.”

Laut dem aktuellsten Social Media Examiner-Report planen 73 Prozent aller befragten Marketing-Experten, ihre Video Marketing-Aktivitäten im Jahr 2016 zu steigern. Gleichzeitig wächst der Konsum von Video-Content monatlich rasant.

2. Snapchat ist ganz groß im Kommen

Die Anzahl der täglich (!) angesehenen Videos auf Snapchat wuchs von zwei Milliarden im Mai 2015 auf acht Milliarden im Februar 2016 an. Die App ist längst kein Fotonachrichtenservice mit Nischen-Dasein mehr, sondern eine etablierte Medienplattform, deren Wert auf 18 Milliarden Dollar geschätzt wird – mit mehr als hundert Millionen Usern täglich. Die kürzlich erhaltene Finanzspritze von fast zwei Milliarden US-Dollar bestätigt die enorme Stärke des Unternehmens. Viele große Brands nutzen das starke Wachstum und experimentieren mit der Plattform (einige mit sehr guten Ergebnissen).

Nach meiner persönlichen Einschätzung wird sich der europäische Markt im Hinblick auf die Marktdurchdringung in den nächsten ein bis zwei Jahren deutlich an den US-amerikanischen Markt annähern. Online Marketing-Experten halten Snapchat für das beste Medium, um Marken zu emotionalisieren und ihnen eine menschliche Note zu verleihen – dem stimme ich eindeutig zu. Stelzner prognostizierte auch, dass Snapchat im Jahr 2017 gemeinsam mit Facebook und Twitter (oder Instagram) zu den drei wichtigsten Sozialen Netzwerken zählen wird.

3. Wiederverwendung von Content als Schlüssel zum Erfolg

Content Marketing war in den vergangenen Jahren ein zentrales Thema im Online Marketing – und ist es natürlich heute noch. Der Trick ist, Content Marketing sinnvoll einzusetzen und darüber nachzudenken wie Inhalte effektiv wiederverwertet werden können. Ein Beispiel: Live Videos können zuerst auf Facebook Live oder Periscope geteilt, dann heruntergeladen und auf YouTube gestellt werden. Anschließend können Blogposts ergänzt und kurze Videosequenzen auf Instagram oder Snapchat geteilt werden. Der Audio-Stream lässt sich zudem auf Soundcloud als Podcast hochladen.

Es ist also gar nicht nötig, jeden Tag aufs Neue hochwertigen Content zu erstellen. Gleichzeitig ermöglicht diese Herangehensweise es Werbetreibenden, mehr Personen aus ihrer Zielgruppe zu erreichen, da diese Content über unterschiedliche Kanäle konsumieren.

4. Wie hoch ist der ROI im Social Media Marketing?

Im Social Media Marketing zeichnet sich ein zunehmend analytischer Ansatz ab. Einige der beliebtesten Sessions im Rahmen der SMMW drehen sich rund um das Thema der Messbarkeit und des Return on Investments von Social Media-Aktivitäten. Mark Schaefer, Social Media Strategy Consultant, betonte in seiner abschließenden Keynote:

Es gibt bei Social Media keinen sofortigen ROI. Man unterscheidet drei Phasen: Awareness, Reichweite und ROI. Nur in der letzten Phase sollte das Hauptaugenmerk auf dem Umsatz liegen.
Für jede dieser Phasen sollte es verschiedene Zielsetzungen und KPIs geben. Daher ist es wichtig, sich auf die Leistungskennzahlen zu konzentrieren, die für das jeweilige Geschäftsmodell relevant sind und diese auch flexibel anpassen und verändern zu können, sofern dies erforderlich ist.

5. Eine hervorragende Kundenbetreuung in Sozialen Netzwerken sollte das Ziel jedes Unternehmens sein

Es scheint, dass viele Unternehmen immer noch nicht erkannt haben, welche enormen Wettbewerbsvorteile sie durch exzellenten Kundenservice innerhalb der sozialen Netzwerke erzielen können. Zugegeben – für jedes Unternehmen ist es eine große Herausforderung, auf alle Fragen individuell zu antworten, auf Komplimente und Beschwerden zu reagieren und dabei im Sinne des Unternehmens zu sprechen. Gleichzeitig sollte genau diese Herangehensweise das erklärte Ziel jeder Social Media-Abteilung sein.

Dabei sollte nicht jede Beschwerde als eine “Hater-Stimme“ abgetan, sondern stattdessen ausgewertet und diskutiert werden. Negatives Feedback ist eine Chance, sich positiv zu verändern und jede Beschwerde bietet die Möglichkeit zur Verbesserung. In diesem Zusammenhang ist es empfehlenswert, eine bestimmte Reaktionszeit anzustreben (bei JetBlue Airlines beträgt diese z.B. acht Minuten) und diese als eine der Leistungskennzahlen zu messen.